Energiesparen und Umweltschutz – Geflüchtete erwerben Zertifikat im Café Connect

„Ich habe heute viel Interessantes gelernt, herzlichen Dank!“, so das Fazit einer jungen Irakerin am Ende der Veranstaltung. Ernst-Jürgen Michaelis, Integrationsbeauftragter der Stadt Rheda-Wiedenbrück war einer Einladung des Evangelischen Kirchenkreises Gütersloh und des Arbeitskreises Asyl der Evangelischen Kirchengemeinde Gütersloh und der Diakonie gefolgt: Er referierte im Café Connect zum Thema Energiesparen und Umweltschutz vor etwa 20 Geflüchteten, die unter anderem aus Afghanistan, Irak und Syrien stammten. Er verstand es, mit einer Mischung aus Vortrag, Kurzfilmen und praktischen Übungen sein Publikum zu begeistern. „Stellen Sie sich vor, Sie haben eine eigene Wohnung und müssen alle Nebenkosten selber zahlen, da kommt einiges zusammen. Und mit einfachen Tipps können Sie eine Menge Geld sparen und gleichzeitig das Klima schützen!“, so der 62-Jährige. Beim Thema Mülltrennung gab es eine praktische Aufgabe. „Keine Angst, der Müll hier ist ganz sauber! Aber was gehört wohin?“ fragte Michaelis die Teilnehmenden. Zielsicher sortierten die Geflüchteten daraufhin den mitgebrachten Abfall nach Restmüll, Papier, Gelber Sack, Altglas, Biomüll und Elektroschrott. Die Veranstaltung endete nach etwa drei Stunden. Die Zertifikate stehen in einigen Tagen zur Verfügung. Sie sollen insbesondere bei der Wohnungssuche helfen und Vermietern zeigen, dass die zukünftigen Mieter und Mieterinnen wissen, wie man mit Energie und Abfall richtig umgeht.

Erläuterte Umweltschutz auf anschauliche Weise: Ernst-Jürgen Michaelis, Integrationsbeauftragter der Stadt Rheda-Wiedenbrück.

 

Text & Foto: Dr. Gunnar Waesch

Flüchtlingsberatung der Diakonie Gütersloh organisierte Ausflug nach Detmold

Zum Auftakt der Ferien hat die Flüchtlingsberatung der Diakonie Gütersloh einen Tagesausflug ins LWL-Freilichtmuseum Detmold organisiert. 35 Erwachsene und 45 Kinder waren mit von der Landpartie; neben geflüchteten Menschen auch einige Patinnen und Paten. In zwei Bussen machte sich die Gruppe auf zum größten Freilichtmuseum Deutschlands.

Dort, am Fuß des Teutoburger Waldes, konnten sie sehen, wie die Landschaft in Westfalen noch vor Jahrhunderten aussah. Außerdem erfuhren sie, wie die Menschen damals lebten und arbeiteten. An Wiesen und Feldern entlang führte der Rundweg zu einzelnen Dörfern mit Höfen und anderen historischen Gebäuden aus fünf Jahrhunderten, darunter Bauernhäuser mit Gärten voller Kräuter und Gemüse, eine alte Schule und eine Bockwindmühle. Das Haupthaus des Münsterländer Gräftenhofes – der größte Hof auf dem Gelände – war erst kurz zuvor umgestaltet und wieder für Besucher geöffnet worden.

„Was ist das?“ „Wie heißt das?“ „Kann man das essen?“, fragten die Kinder immer wieder. Sie freuten sich, dass sie vieles anfassen und selbst ausprobieren durften. Besonders fasziniert zeigten sie sich von den riesigen Scheunen und den alten Haustierrassen, wie den Bentheimer Schweinen und Landschafen, den Lippegänsen oder auch den Senner Pferden. Diese gelten als die älteste Pferderasse Deutschlands.

Einige der geflüchteten Menschen trafen Vergleiche mit der verlorenen Heimat: „Ich hatte früher auch so ein Kornfeld“, sagte eine jesidische Frau und fügte nachdenklich hinzu: „Jetzt leider nicht mehr.“ Andere erinnerten sich daran, dass ihre eigene Mutter oder Großmutter noch spinnen und weben konnte.  „Für uns war es erstaunlich und auch sehr positiv zu sehen, wie sich die geflüchteten Menschen im Freilichtmuseum mit dem Thema Heimat befasst haben“, sagte Katharina Stein von der Flüchtlingsberatung der Diakonie Gütersloh. „Und ich freue mich sehr darüber, dass auch unsere Paten so viel Freude an dem Ausflug hatten.“

Ausflug ins Freilichtmuseum Detmold mit der Flüchtlingsberatung der Diakonie Gütersloh: 35 Erwachsene und 45 Kinder genossen den Erlebnis- und lehrreichen Tag.

Auf nach Münster!

Über den AK Asyl organisiert bieten wir ehrenamtlich seit fast 4 Jahren morgens Deutschunterricht für geflüchtete Menschen auf verschiedenen Niveaustufen an. Einige unserer Sprachschüler und Sprachschülerinnen kommen bereits über mehrere Jahre regelmäßig zum Unterricht in die Kirchstraße. In der Fortgeschrittenengruppe überlegten sich die SchülerInnen und ihre 3 Lehrerinnen, einmal zum Abschluss kurz vor den Sommerferien einen Besuch in der Stadt Münster zu machen

Wir beschlossen mit dem Zug zu fahren und an einer Stadtführung teilzunehmen.

Dank Spendengeldern waren die Kosten für die 9:00 Uhr Tickets und für die Stadtführung gedeckt, so konnten wir weiterplanen.

Am Mittwoch den 3. Juli war es dann soweit.

Die Stadtführerin der „Stadtlupe“ - so der Name der Organisation – holte uns am Bahnhof ab und los ging es. Schon beim Passieren des Lackmuseums mit seiner roten Lacktreppe gerieten einige ins Staunen!

Unser erster Halt: die Promenade mit ihren grünen Linden und den vielen Fahrrädern! Etwas langsamer gesprochen als üblich startete die Führerin ihre Erklärungen zur Anlage der Stadt, zur Entstehung der Stadt und dann zu Münsters Lieblingsfortbewegungsmittel: dem Fahrrad. Davon fahren in der Stadt etwa 500 000. Es gibt also doppelt so viele Zweiräder wie Einwohner in der Stadt.

Ein Abstecher in die Clemenskirche, die um 1750 vom bedeutendsten Baumeister Münsters Johann Conrad Schlaun erbaut wurde, folgte. Dem begegneten wir dann gleich wieder beim Bestaunen des Erbdrostenhofes. Die Allegorischen Monatsnamen an der Fassade waren gut zu erkennen. Einen Sprung weiter tauchten wir in moderne Kunst ein. Das Foucaultsche Pendel mit den Spiegelfassaden von Gerhard Richter an der Dominikanerkirche bildete einen unerwarteten Kontrast.

Der Gang führte an den Käfigen der Wiedertäufer an den Lamberti Türmen vorbei zum Dom. Es war Markttag. Herrlich viele bunte Stände mit reichlichen Angeboten waren zu bestaunen. Exakt zu 12:00 standen wir vor der Astronomischen Uhr, deren Figuren sich – zum Erstaunen aller, bewegten, vorbeizogen und wieder verschwanden. Klein Jonas, den Zoreh dabeihatte, war völlig fasziniert. Im „Paradies“, so wird die Eingangshalle des Doms in Münster genannt, wurden noch die Figuren erklärt und ebenfalls Fotos vom im Krieg völlig zerstörten Münster gezeigt. (  egränzen? Dabei kamen teilweise auch Erinnerungen an die zerstörten Heimatstädte. )

Den Abschluss des Rundganges bildete ein kurzer Besuch im Friedenssaal, wo wir von der Geschichte des 30jährigen Krieges, seinen Folgen und den Friedensbemühungen hörten.

Im Innenhof des Landesmuseums machten wir dann gemeinsam eine kleine Pause, bevor die Gruppe sich aufteilte und Münster mit seinen Parks und Geschäften auf eigene Faust erkundete.

Zur Rückfahrt gegen 17:00 trafen sich alle wieder im schön renovierten Bahnhof, um den Heimweg anzutreten.

Müde von vielen Eindrücken, aber auch sehr zufrieden mit einem interessanten Tag kehrten wir alle nach Gütersloh zurück.

 

Projekt "Filzen verbindet"

Pfarrerin Kerstin Jacobsen und Sozialpädagogin Mariyam Hüser-Granzow haben sich im Café Connect mit einheimischen und Flüchtlingsfrauen getroffen, um gemeinsam zu filzen und dabei ins Gespräch zu kommen.

 

 

Aus den Arbeiten, in denen auch persönliche Erfahrungen zum Ausdruck kommen, soll nun ein Wandteppich gebildet, im Café aufgehängt und vielleicht auch anderswo gezeigt werden.

 

 

Dieses Projekt wurde mit 1000,-€ über die Evangelische Stiftung gefördert. Die Spendenübergabe fand am 7. Juni im Rahmen einer Feierstunde im Café Connect statt. Insgesamt wurden bei dieser alljährlichen "Ausschüttung" 20.000,- € für verschiedene soziale und kirchliche Projekte verteilt.

Newroz 2019

Newroz oder Nowruz, bzw.  türkisch Nevruz (übersetzt „Neuer Tag“) ist der Name des persischen Neujahrs- und Frühlingsfestes. Schon mehrmals wurde über die Flüchtlingsberatung organisiert dieses Fest gemeinsam  mit Gästen aus unterschiedlichen Nationalitäten und Religionsgemeinschaften auf dem Gelände des Hauses der Kirche gefeiert.

Picknick im Stadtpark

Aktion - Müllsammeln

Seit September 2014 wohnen im Kolpinghaus an der Kolpingstraße geflüchtete Menschen aus den verschiedensten Kriegs- und Krisengebieten. Sie werden von der Stadt Gütersloh und ehrenamtlich von Mitgliedern der Kolpingsfamilie Gütersloh-Zentral sowie des Arbeitskreises Asyl betreut.

Etliche Bewohner sind inzwischen gut in Gütersloh angekommen. Bei den wöchentlichen Montagstreffen mit den ehrenamtlichen Helfern haben sie überlegt, was sie für das Gemeinwohl der Menschen vor Ort tun können. Da wuchs die Idee, entlang der Dalke Müll aufzusammeln. In Absprache mit Herrn Gaerdes vom Umweltamt der Stadt Gütersloh, der Handschuhe, Warnwesten, Zangen und Abfallsäcke zur Verfügung stellte, konnte die Aktion starten.
Am letzten Samstag sammelten neun Bewohner und vier Helfer von der Neuen Mühle bis zu den Berufsschulen den Unrat ein. Alle waren froh, dass der eisige Ostwind, der Tage vorher wehte, nachgelassen hatte. Es war erstaunlich was so alles gefunden wurde: viele Flaschen, Brötchentüten, Bonbonpapier, Handschuhe, einen einzelnen Hausschuh, einen Teil eines Kinderautositzes, viele Zigarettenkippen und sogar ein Portemonnaie mit Ausweispapieren und Bankkarten. Nach der gelungenen Aktion, bei der sechs große Säcke Müll gesammelt wurden, gab es ein gemeinsames Mittagessen im Pfarrheim St. Pankratius.

(Bericht aus  der NW vom 7. März 2018)